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Der prägnanteste Einschnitt in
2009 war der Personalwechsel in der Sozialberatung. Nach neun Jahren
engagierter Arbeit eines langjährigen Mitarbeiters übernahm eine neue Fachkraft
den Tätigkeitsbereich. Die Bedeutung der Sozialberatung hat mit der Ausweitung
der Aktivitäten des Vereins zugenommen. Eine quantitative Auswertung für 2009
ergab, dass über 600 unterschiedliche Personen die Hilfe annehmen und
durchschnittlich 30 Roma täglich beraten werden. Darüber hinaus wird die
Unterstützung durch das in 2008 begonnene Kleinprojekt „Vermittlung,
Begleitung und Übersetzung“ immer mehr in Anspruch genommen, u. a. auch seitens
der humanitären Sprechstunde des Amtes für Gesundheit. Die MitarbeiterInnen des
Kleinprojektes nehmen zudem gezielt an Fortbildungen teil (z. B. Ausbildung als
Mediator beim AmkA). Über beide Bereiche liegen gesonderte Jahresberichte vor.
Die sozialpädagogische Familienhilfe wurde ausgebaut und die Jugendhilfe
des Vereins um den Bereich der Erziehungsbeistandschaft und der
sozialpädagogischen Lernhilfe erweitert. Insgesamt arbeiten Ende 2009 vier
Personen in der spFh und spLh. Bezüglich der Sektoren Kleinprojekt, Jugendhilfe
und Kita Schaworalle – die ebenfalls einen eigenen Bericht vorlegt - war im
letzten Jahr eine intensivere Kooperation mit dem Jugendamt hinsichtlich der
Sicherung des Kindeswohls festzustellen. Das in 2008 entwickelte
Schutzkonzept und die Ausbildung der Kita-Leitung als Kinderschutz-Fachkraft
bewähren sich nunmehr.
Zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresberichtes sind im Förderverein Roma 22
MitarbeiterInnen per Voll- oder Teilzeitstelle und 7 MitarbeiterInnen auf
Honorarebene beschäftigt. Der Träger legt großen Wert auf die Anstellung von
Roma, die Wahrnehmung von Fortbildungen und bietet darüber hinaus Team- bzw.
Einzelsupervisionen an. Alle vom Gesundheitsamt empfohlenen Impfungen der
MitarbeiterInnen und Kinder sind durchgeführt worden. Die geplante Entlastung
der Geschäftsleitung mittels einer zusätzlichen Kraft fand leider nicht
statt - sie ist allerdings weiterhin dringend erforderlich. Die kontinuierliche
Mitarbeit einer Studentin, deren Schwerpunkt im Qualitätsmanagement
liegt, erleichtert die Erarbeitung eines Handbuches und die Vorbereitungen des
Vereins, sich extern auditieren zu lassen, um ein vom Paritätischen vergebenes
Siegel in 2010 zu erhalten.
Der regelmäßige Besuch verschiedener Gremien wie der AK Roma, der
Fachausschuss Migration, die AG § 78 war auch in 2009 obligatorisch. Die
Fortsetzung des für die Arbeit des Vereins recht wichtigen Arbeitskreis Roma
steht gegenwärtig zur Disposition, da noch keine verbindlichen
Verantwortlichkeiten innerhalb der städtischen Administration vorliegen. Der
Förderverein Roma entwickelte in 2008 als Ergebnis einer gemeinsamen Diskussion
im AK-Roma zwei Projekte, eine zusätzliche Beratung im Stadtteil Gallus
und die Bereitstellung einer speziellen Hilfe für Roma, die sich nur
vorübergehend in Ffm. aufhalten. Beide Initiativen wurden aus finanziellen und
inhaltlichen Gründen seitens der Stadt Frankfurt abgelehnt. Der Aufbau des
Erwachsenenbildungsprojektes für Roma und Sinti zwischen 27 und 60 Jahren
war aussichtsreicher. Die Initiative startet ab 1.4.2010.
Die Arbeit des Vereins stößt nicht nur auf Anklang, was u. a. die vorsätzliche
Verschmutzung des Eingangsbereichs der Beratung (Tür, Griffe und Boden) mit
Hundekot im letzten Jahr unter Beweis stellte. Die umfangreichen Proteste des
Vereins, polizeiliche Überprüfungen von Roma-Familien vor der
Sozialberatung bzw. der Kita zu unterlassen, hatten vorerst Erfolg. Allerdings
wurde im Januar 2010 eine Frau wegen der nicht korrekt entrichteten Zahlung der
Hundesteuer in der Beratung verhaftet. Die Angelegenheit liegt nunmehr als
parlamentarische Anfrage der „Linken“ im Römer vor. Ein Gespräch aufgrund einer
überzogenen Polizeiaktion gegenüber einem Jungen aus dem
Berufsbildungsprojekt – der Jahresbericht 2009 liegt ebenfalls gesondert vor
- fand mit 12monatiger Verspätung statt und blieb ohne konkretes Ergebnis.
Die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit des Vereins umfasste in 2009
neben den Veranstaltungen zur Mahntafel am ehemaligen Stadtgesundheitsamt
und der Bemühung, den Verbleib der Tafel an historischem Ort abzusichern, den
Aufbau der Ausstellung Frankfurt-Auschwitz, die vier Wochen im Zentrum
Frankfurts (ehemaliges Gefängnis Klapperfeld) mit großem Erfolg gezeigt wurde
und nunmehr auch durch einen Katalog dokumentiert wird, eine
Lehrerfortbildung von Schaworalle sowie Informationsveranstaltungen für den
evangelischen Regionalverband, die Casino-Schule, die Bahnhofsmission und die
Wohnsitzloseninitiative Weser 5. Darüber hinaus wirkte der Verein bei der
Erstellung einer Radiosendung für Kinder mit und empfing Studenten aus
Marburg, Erfurt und Frankfurt am Main sowie den integrationspolitischen
Sprecher der FDP Hessen. Der Abschluss eines Kulturvertrages mit dem
Theaterhaus, die Teilnahme an der Verlegung eines Stolperstein, der an
eine durch die Nazis ermordete Sintezza erinnert, an zwei Anhörungen in Köln und
Wiesbaden bezüglich der Situation von Roma-Flüchtlingen aus dem Kosovo, an der
interkulturellen Bühne anlässlich des Museumsuferfestes durch eine Tanz-
und Gesangsvorführung der Kinder von Schaworalle, die Mitwirkung an
Infoveranstaltungen der Kommunalen Ausländervertretung, dem Regionalrat, der
Liebig-Schule, des AmkA hinsichtlich der Entwicklung des neuen
Integrationskonzeptes und die Unterstützung der Konzerte des Philharmonischen
Vereins der Roma und Sinti vervollständigen die Aktivitäten.
Für 2010 sind folgende Vorhaben festzuhalten:
Durchführung des Erwachsenenbildungsprojektes, Aufbau einer Krabbelstube,
nachdem über der Geschäfts- und Beratungsstelle Räume frei werden,
Positionierung gegenüber dem Integrationskonzept der Stadt Frankfurt,
Erweiterung der Sozialberatung, Ausbau der Jugendhilfe und des Kleinprojektes,
Entlastung der Geschäftsleitung, Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, in denen
alle Bereiche des Förderverein Roma Platz finden, weitere Entleihe der
Ausstellung Frankfurt-Auschwitz (Anfragen bestehen seitens der EU-Behörden in
Straßburg oder Brüssel sowie der Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz).
Ffm., den 12.2.2010
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