Am 19.1.26 wurde eine langjährige Mitarbeiterin des Förderverein Roma e. V. von Frankfurter Polizeibeamt:Innen von der Arbeit abgeholt, um bei der Durchsuchung ihrer Wohnung anwesend zu sein. Grund waren Anklage und Ermittlungen gegenüber dem Freund der Tochter, mit dem die Mitarbeiterin weder verwandt noch verschwägert ist und auch nicht gemeinsam wohnt.
Ungeachtet dessen, dass die Kollegin in stigmatisierender und rufschädigender Art aufgefordert wurde, den Arbeitsplatz zu verlassen, ist die Begründung für die übergriffige Vorgehensweise mehr als hinfällig, denn der Freund der Tochter wurde fälschlicherweise als Schwiegersohn tituliert – eine Annahme familiärer Zugehörigkeit, die zu keinem Zeitpunkt bestand. Es fanden sich auch keine Beweise für eine gemeinsame Täterschaft. Selbst die offensive Durchsuchung mit etlichen Beamt:Innen, Staatsanwalt, Hunden, die rigide Leibesvisitation, Konfiszierung von Geld, Handys und Modeschmuck, die erniedrigende Umgangsweise gegenüber den Erwachsenen, die unsensible eindringliche Befragung der Kinder und die wiederholte Beschlagnahme eines Autos erbrachten keine Anhaltspunkte.
Umso mehr ist die Roma-Familie geschädigt, die Kinder verängstigt, das Ansehen in der Gemeinde zerstört, die Betroffenen kriminalisiert. Das alles fand in einer Phase statt, in der vier nahe Angehörige innerhalb weniger Wochen verstorben sind und die Trauer alle überwältigt.
Allein die Konstruktion eines engen Verwandtschaftsverhältnisses - der stereotypischen Annahme, dass bei der Minderheit, nach Maßgabe der ebenso falschen wie unzulässig unterstellten „Clankriminalität“, stets alle für alles verantwortlich sind - war maßgeblich. Die Persönlichkeitsrechte der Familie wurden mit Füßen getreten.
Die Familie hat zur Sicherstellung ihrer Rechte einen Anwalt beauftragt sowie eine Dienst- und Aufsichtsbeschwerde eingeleitet.
Ffm., den 10.2.26