
Am 24.03.2023 gegen 13.30 Uhr wartete ein Klient direkt
vor der Beratungsstelle des Förderverein Roma e.V.,
Niddastraße 57. Er hatte einen Termin. Ein Mitarbeiter der
Sozialberatung hörte, wie der Klient durch eine weibliche
Stimme angewiesen wurde, an eine bestimmte Stelle zu kommen,
eilte sofort nach draußen, sah wie 6-7 Polizeibeamte den
Klienten kontrollierten und intervenierte gegenüber dem
Leitenden Beamten, der sich nicht mit Namen oder Ausweis
identifizieren wollte. Die Polizei wies den Mitarbeiter an,
sich zu entfernen. Auf die Frage, warum der Klient
kontrolliert würde, wurde lediglich unfreundlich hingewiesen,
dass es sich um eine Polizeikontrolle handele. Weitere
Auskunft über Anlass und Art der Kontrolle wurde nicht
erteilt, sondern lediglich auf einen Auftrag hingewiesen.
Selbst die mehrfache Erwähnung, dass es sich um einen Klienten
der Sozialberatung des Förderverein Roma handele, der auf
seinen Termin warte, wurde ignoriert. Der junge Mann
wurde in der Form kontrolliert, dass er mehrmals seine Arme
anheben, sich drehen musste, mehrfach abgetastet und in seine
Kleidung gegriffen wurde. Hosen und Jackentaschen wurden
umgedreht. Seine Hose musste er nach vorne ziehen, um der
Polizei einen Blick in den Intimbereich zu ermöglichen.
Auch der leitende Beamte antwortete auf die wiederholte
Information, dass es sich hier um eine Beratungsstelle des
Förderverein Roma handeln würde, mit den Worten „Ich bin
nicht aus Frankfurt und woher soll ich wissen wo
Beratungsstellen sind.“ Zudem verlangte er den
Ausweis des Mitarbeiters der Sozialberatung und sprach ihm
gegenüber mit der Begründung, er würde eine polizeiliche
Maßnahme stören, einen Platzverweis, direkt vor der
Beratungsstelle, aus.
Der Förderverein Roma
betrachtet die Kontrolle des Klienten vor der
Sozialberatungsstelle des Trägers als einen diskriminierenden
und die persönlichen Rechte des Hilfesuchenden verletzenden
willkürlichen Polizeiakt. Die Ignoranz gegenüber dem
Klienten, die Missachtung der Beratungsstelle, des
Mitarbeiters und seiner Informationen, der absurde
Platzverweis und die Weigerung der Polizei, sich dienstlich
auszuweisen, beschreiben einmal mehr die Vorgehensweise des
seit Jahren kritisierten racial profilings.
Ffm.,
den 24.3.2023
|